Bioenergie-Region Wendland-Elbetal

"Nachhaltige Forstwirtschaft im Privatwald"

Trotz Nebel fanden am Mittwoch, den 9. November ca. 120 Privatwaldbesitzer den Weg nach Schnega/Göhr und Bergen, um sich über das Thema "Nachhaltige Forstwirtschaft im Privatwald" aus Perspektive des Klimaschutzes zu informieren und auszutauschen.

Gemeinsam mit der Forstbetriebsgemeinschaft Ostheide organisierte die Bioenergie-Region Wendland-Elbetal eine Veranstaltung mit Vorträgen und einer Exkursion für Privatwaldbesitzer, bei der über den Aufwuchs einer zweiten Baumschicht als CO2-Senke informiert wurde.

Die Exkursion führte die Teilnehmer zu verschiedenen Waldbildern, in denen in 2006 und 2007 eine zweite Baumschicht angelegt wurde. Fachkundige Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer erläuterten diese ausführlich und wiesen auf Besonderheiten hin. Eines der Waldbilder zeigte einen 78-jährigen Kiefernbestand mit einer zweiten Schicht von 14-jährigen Buchen und Douglasien. Hier war sichtbar, dass die Nachpflanzung etwas zu früh und auch zu dicht erfolgte (s. Foto). Die Exkursionsführer zeigten auf, worauf bei der Bearbeitung zu achten sei. Durch den Aufwuchs der jungen Bäume im Bestand kann dieser nach ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien gezielt positiv beeinflusst werden. Für den Waldbesitzer ist bei nachhaltiger Nutzung eine bis zu 200%ige Ertragssteigerung möglich, wenn hochwertige Bäume nachgepflanzt werden.

Daniela Weinand von der Energiemanagement-Agentur emma e. V. stellte das Klimaschutzkonzept des Landkreises Lüchow-Dannenberg vor und erläuterte, dass durch die Aufforstung einer zweiten Baumschicht eine Minderung des atmosphärischen CO2-Gehalts erreicht werden kann.

Der Energieträger Holz leistet zudem als Brennstoff, sofern er ressourcenschonend und ökologisch eingesetzt und angebaut wird, einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende. Daher informierte zu guter Letzt Burkard Reiß von der Schornsteinfegerinnung Lüneburg über die Notwendigkeit, das Holz im eigenen Haus effizient und umweltschonend einzusetzen, indem es fachgerecht gelagert, getrocknet und möglichst mit moderner Technik verheizt wird.

Auf jeden Fall sind gute fachliche Praxis und ein langer Atem für die Aufforstung nötig. Denn eine zweite Baumschicht macht erst Sinn, wenn die ersten Bäume ausgewachsen sind und dann gefällt werden können, wenn die unteren bereits nachgewachsen sind. Ansonsten bedrängen sie sich und müssen zu früh gefällt werden. Nur wenn der richtige Zeitpunkt gewählt wird, können ökologischer Nutzen und Wirtschaftlichkeit durch einen höheren Holzertrag – mehr Holz durch die 2. Baumschicht und eine höhere Qualität durch andere Arten – zum Tragen kommen. Der Begriff Nachhaltigkeit wurde maßgeblich durch die Waldwirtschaft geprägt, denn hier wird in Generationen gedacht, für die der Wald eine mindestens ebenso gute Lebensgrundlage bieten soll wie für uns heute.